Wie wir unsere Kinder getragen haben

Wie wir unsere Kinder getragen haben

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Im September habe ich meine Grundausbildung zur Trageberaterin bei der Trageschule Dresden gemacht. Während dieser drei Tage ist mir meine eigene Tragegeschichte noch einmal sehr intensiv ins Bewusstsein gerückt. Es ist wirklich spannend rückblickend die eigene Entwicklung diesbezüglich zu betrachten.

Kurz bevor mein erstes Kind (vor über 15 Jahren) geboren wurde, habe ich mir ein gebrauchtes Tuch von Girasol gekauft. Mit Fransen und in verschiedenen Braun- und Naturtönen gestreift. Ein paar Wochen später kam noch ein Glückskäfer-Tragesack dazu. Jetzt hör ich die Tragepolizei schon laut aufschreien: „Der Glückskäfer-Tragesack gehört zu den Gruseltragen und unterstützt die korrekte Spreiz-Anhock-Haltung nicht!“ Ja, richtig! Nur wusste ich das damals noch nicht.

Ich habe also versucht, mein erstes Kind zu tragen. Als ich mich das erste Mal richtig rangetraut hatte, war er schon mindestens 3 Monate alt. Und so richtig gelang es mir auch nicht, mit dem Tuch oder dem Sack warm zu werden. Es fühlte sich immer nicht bequem und richtig an. Wobei ihn das nicht störte. Er hat immer friedlich an mir dran gehangen. Dass es sowas, wie Trageberatungen gab, war mir nicht bewusst. Letztendlich habe ich ihn die meiste Zeit in seinem Kinderwagen rumgeschoben.

Bei Kind Nummer zwei (6 Jahre später) kam der Glückskäfer-Sack nicht mehr zum Einsatz. Während ihrer Tragezeit zogen noch zwei verschieden lange Didymostücher und extra für meinen Mann ein kräftig Gelb-orange-farbenes Hoppediz in Größe 8 bei uns ein. Später für die Rückentragezeit kam ein Ergo Carrier dazu. Bei ihr hatten wir ein Trage – Schiebeverhältnis von ungefähr 1:1. Mein Mann genoß es sehr, sie in seinem farbenfrohen Tuch zu tragen und alle Blicke auf sich zu ziehen. In Nürnberg und Fürth, wo wir damals lebten, war das Tragen überhaupt nicht verbreitet. Und schon gar nicht unter Männern! Umso mehr viel er natürlich auf mit seinen fast zwei Metern und diesem kleinen Würmchen am Bauch.

Bei Kind Nummer drei blieb der Kinderwagen die meiste Zeit ungenutzt im Flur stehen. Die Tuch und Tragenausstattung blieb gleich. Nur ein afrikanisches Kangatuch kam noch dazu. Allerdings musste ich fetsstellen, dass mir für die Kangatrageweise der Poumfang fehlt. Mein Sohn rutschte immer runter, statt auf meinem Po zu sitzen.

Dann kam Kind Nummer vier und der Kinderwagen verstaubte in der Garage. Sie haben wir ausschließlich getragen. Und bei ihr habe ich auch endlich gelernt, wie man mit der einfachen Rucksacktrageweise auch mit dem Tuch auf dem Rücken tragen kann! Allerdings war sie da auch schon fast 2 Jahre alt. Für sie zog zuvor schon eine Huckepacktrage in Toddlergröße ein, in der sie auch jetzt mit bald 3 Jahren noch super sitzt – wenn sie denn Lust drauf hat.

Ja, so entwickelt man sich mit jedem Kind weiter. Für alle, die nicht so viel Zeit investieren und vielleicht auch nicht so viele Kinder bekommen wollen, empfehle ich, sich auf jeden Fall eine gute Trageberatung zu gönnen!

Wie hat sich euer Verhältnis zum Tragen entwickelt? Was hat euch am meisten Schwierigkeiten bereitet? Wo hättet ihr gern Unterstützung gehabt bei Thema Tragen von Babys und Kleinkindern?

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